Vom Mandala zum Diorama
Geschrieben von: admin in Allgemein | wong it! | Druckfreundliche Version:
Tags: fotografie, kunst, philosophie, theorie
Jetzt Feed abonnieren
Ihnen ist sicher schon aufgefallen, dass die Welt sehr vielfältig ist. Diese Einsicht ist gar nicht so alt wie man denkt – und sie ist gar nicht so neu wie man denkt. Es kommt immer darauf an mit welchen Augen man sich bemüht die Welt zu sehen.
Eine Form der Fotografie, die ich sehr liebe ist die Stereografie. Leider wird sie heute nur noch selten verwendet. Doch vielleicht macht gerade das ihren Reiz aus. Eine Eigenschaft allerdings, die mir an ihre besonders gut gefällt, wird von Baudrillard betonen. Entsprechend der Tiefenschärfe und der Überlagerung der Bilder im Gehirn ergeben sich in der Stereografie sehr viele Kanten, sehr viele Details. Dies stechen rasierklingenartig in das Auge des Betrachters…
Nicht von ungefähr denkt man nun an den Film „Der Andalusischen Hund“. Obwohl ich anmerken möchte, das ich Dali nie leiden konnte. Ein Foto von Helmut Newton trifft ihn in einer Haltung, wie ich ihn immer gesehen habe. Aber zurück zum Thema. Das besondere ist nun, das in der Stereografie die Bilder sehr viele dieser scharfen Kanten aufweisen. Diese wurden noch durch die Techniken der Fotografen betont. So das nicht selten das Objekte, das Anliegen des jeweiligen Fotos, scharf abgeschnitten, im Vordergrund steht. Darüber hinaus ist es eine Eigenart dieser Fotografie, das sie nicht unterscheidet, das alle Detail in ihr gleich stark, mit der selben Gewalt in das Auge des Betrachters drängen. Unter diesen sinnesüberreizten Eindrücken erscheint die Indextheorie sogar sehr glaubhaft (Ob sie es ist, bespreche ich ein andern mal). Na auf jeden Fall haben diese Fotos etwas Meditatives. Jene harte Form von Meditation, die einen an Chillipulver denken lässt.
Etwas anderes hatte sicher C.G. Jung im Sinn, als er sich mit den Mandalas und der Alchemie beschäftigte. Obwohl seine Auseinandersetzung zum Ende hin – oder besser – kurz vorm Anfang, recht intensiv geworden ist (Wenn man das so sagen darf.). Interessant erscheint mir diese Verbindung deshalb, weil Jung im Mandala eine Beschreibung der eigenen Person sah. In der Stereografie hingegen die Welt als Bild ohne Unterscheidung erscheint – und zwar deshalb, weil man sich an allen Kanten gleichermaßen schneiden kann. Wo doch Baudrillard am liebsten möchte, dass man sich, wie in der Malerei, nur an den Kanten scheidet, die es auch wert sind. Auf Barthes und seinen pathetischen Mutterkomplex möchte ich hier nicht näher eingehen.
Mir steht (eigentlich liegt) eher der Sinn danach Jung und die Stereografie – gegensätzlich zu Baudrillard, zu einem Diorama zu verbinden. Und plötzlich haben wir etwas ganz wunderbares (Tip an die Künstler: Hier gibt’s ne Idee zu verschenken!) – Das jungsche Diorama! Den, in den heutigen Zeiten… Moment, kurze Exkursion: Ich möchte auf keinen Fall nun den Spruch vom benjaminschen Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit lesen. Außer hier, werde ich ihn auch nicht in meinem Text anfügen. Es sei darauf hingewiesen, das seine kleine Geschichte der Fotografie – obwohl sehr aufschlussreich – so doch auch sehr laienhaft geschrieben ist. Darüber hinaus befinden wir uns in einem Stadium der technischen Verwirklichung, die weit über das hinausgeht, was seine Theorien betreffen. Sowohl was das Werk als auch was die Fotografie angeht. Allerdings sind vielen diese technischen Möglichkeiten noch nicht all zu weit verbreitet– auch wenn sie längst da sind. – Gut, wieder zurück zum Thema. Mittels moderner Technik lässt sich also Fotografie verwirklichen, in der Diorama und Stereografie in eins Fallen. Vermittels des jungschen Mandalas hat man nun eine Form der Fotografie, die wesendlich tiefer geht als das was sich Barthes je hätte erträumen lassen und zugleich die Indextheorie aus den Angeln hebt.
Eigentlich passt hier noch Deleuze und Ferdinand de Saussure – andererseits, wo passen die beiden nicht? Goethe passt nur deshalb nicht, weil es zu altbacken wirkt, ihn zu erwähnen – außerdem gibt es in diesem Fall zum Glück auch mal etwas, das Goethe eben nicht wusste… welch eine Erleichterung.
Die Verbindung von Mandala über Stereografie, hin zum Diorama, mag etwas verwundern. Den im jungschen Mandala geht es ja um die wichtigen Elemente des jeweiligen Lebens. (Ich empfehle an diesem Punkt jedem, mal selbst ein jungsches Mandala zu zeichnen. Die Wirkung ist Ähnlich erfolgreich wie in einer Familienaufstellung). Also doch eher das, was Baudrillard anstreben mag. Doch verbinden wir hier ja Mandala und Stereografie zum Diorama. Ich glaube man kann sich das ganze leichter vorstellen, wenn man an die so genannten „Magic-Bilder“ denkt. Jene Bilder, die das Objekt erst frei geben, wenn man wie in der Stereografie, oder besser, mit dem Effekt der Stereografie, die Kanten sichtbar macht, die im Bild versteckt sind. Vorher war es ein wirres Muster, dann erscheint ein Drache (ich hätte zu gerne Jung und Freund über die Wirkung dieser Bilder reden hören). Im von mir angedachten jungschen Diorama, erzeugen jene Kanten nicht das Bild, sondern sie sind die neutralen raumlosen Ebenen. Entsprechend der Geschichte der optischen Medien, wie sie von Ulrike Hick gezeichnet wird, müsste man nun an das Wort „Twilight Zone“ denken. (Sie verzeihen mir ein kleines Schmunzeln, wenn ich bei Twilight an die sog. Lichtmalerei denken muss, die Fotografie angeblich ist – warum es sich um keine Schattenmalerei handelt, hat leider theologische Gründe.)
Unsere Diorama „Twilight Zone“ hat einen bestimmten Effekt. Wenn sie genau hinsehen, so erscheint es als würde gerade an dieser Kante eine Schicht entstehen, die an das flimmern von Luft (eigentlich von Licht in der Luft) erinnert. Dieser Kante lässt sich nicht habhaft werden. Doch sie ist genau jener Bereich des Fotos, der der Stereografie den Eindruck verleiht, der Betrachter würde in die Tiefe blicken. Genau diese Kanten sind es auch, die den Eindruck von Tiefe erzeugen, obwohl sie alle auf einer Ebene liegen. Rosalind Krauss weist hier darauf hin, dass unsere Augen dennoch versuchen immer wieder scharf zu stellen. Ein körperlicher Eindruck.
Es würde nun zu weit führen, auch noch auf das Theater des 17. Jh.. einzugehen. Daher möchte ich zum Schluss nur noch ein paar Stichworte fallen lassen. Immerhin soll mein Blog ja nur Gedankenwolken beinhalten. Zu meiner Überlegung habe ich ohnehin genug gesagt und was Mandalas und Gleichgültigkeit miteinander zutun haben, lässt sich in jedem Yoga-Heftchen nachlesen.
Stichworte: König, Blickfeld, Pyramide, Flackern, Blenden, Diffusion, die Gesandten, Monaden, Corioliskraft.
Ps.: Wussten sie, dass die Fliehkraft nur eine Scheinkraft und keine tatsächliche Kraft ist?

This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.5 License.

November 20th, 2008 an 19:33
There has come winter

It became cold and cloudy!
Mood very bad
Depression Begins
November 21st, 2008 an 03:22
Depression Depression Depression aaaaaaaa
:( 
HEEEEELP
I hate winter! I want summer!
November 29th, 2008 an 16:28
I very much love summer



Someone very much loves winter
I Wish to know whom more
For what you love winter?
For what you love summer? Let’s argue
Dezember 19th, 2008 an 14:43
Hi people
As newly registered user i just want to say hello to everyone else who uses this board