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Wenn Divas alt werden, entwickeln sie mitunter die sonderlichsten Stilblüten. Edda Moser hat sich z. B. zur Anführerin des heiligen Kreuzzugs der deutschen Sprache ernannt. Man muss ihr sogar zugestehen, dass sie der Tradition er Kreuzzüge sehr gekonnt folgt. Denn wie auch den anderen Kreuzfahrern geht es ihr nicht um die Sache selbst, sondern nur ums Prinzip - um ihr Prinzip!

Was Sprache ist und wie Sprache funktioniert, damit scheint sie sich nicht all zu lange aufgehalten zu haben. Warum auch, immerhin hat sie bereits eine feste Vorstellung davon, was das „heilige Deutsch” ist. Auch die heiligen Gebote der Ausnahme hat sie vom Gott der Sprache erhalten um sie uns, mehr oder weniger gnädig, zu lehren. So wird ihrer Meinung nach die deutsche Sprache nicht abgekürzt. Ausnahme davon ist das Wort Montag, das man nach ihrer gnädigen Zustimmung mit „Mo.” abkürzen darf. Ihre Erklärung dieser Ausnahme: „Weil ich mir dachte, dass Sie wissen, was ich meine …”. Außerdem gibt es ihrer Meinung nach für das Wort „Job” im Deutschen keine Übersetzung. Deshalb, und NUR deshalb, darf man es im heiligen Deutsch ausnahmsweise verwenden. Für die Verwendung des Wortes „Cool” zahlt man jedoch an Frau Moser einen Euro!
Interessant! Na, eigentlich nicht … Frau Moser hat von dem, was man Sprache nennt, sprichwörtlich so viel Ahnung wie der Bär vom Eierlegen. Ihre on the fly entwickelten Regeln entpuppen sich schon im ersten Moment als völlig sinnfrei. Anmaßungen einer Frau, die gerne was ändern würde, aber keine Ahnung hat wie. Es wäre interessant zu erfahren, mit welchem Wort sie „Cool” ins Deutsche übersetzt. Denn ihre Erklärung, warum man das Wort „Job” verwenden darf, scheint ja zu zeigen, dass sie versteht, dass Wörter von ihrem Zeitwert und nicht von ihrer Wörterbuchdefinition leben.
Gut, das die meisten Menschen nicht ihrer Meinung sind. Nur mit einer „falschen” Sprache kommt es zu einer Weiterentwicklung. Unsere Kultur, unser Geist, das Leben unserer Gemeinschaft, brauchen das Direkte, das Fehlerhafte, das Falsche oder falsch Verstandene genau so sehr, wie sie verwirrte, alternde Divas brauchen.

Selbst Rechtschreibfehler erweitern unseren Sprachgehalt und sind Quelle kultureller Entwicklungen (z. B. bei den Wörtern „owned” und „pwned”). Das Direkte und Absurde sind oft Quelle hoher Erkenntnis und Verständnis - wie bei Beckett oder Schlingensief. Kunst die wir heute bewundern, wurde nicht selten vorher verachtet - wie der Barock, die Fauvisten oder der Dadaismus. Nicht zuletzt wird es die Leetspeak sein, die unsere Alltagssprache verkürzt und vereinfacht - schon jetzt ist es die Leetspeak, die es Jugendlichen der ganzen Welt ermöglicht miteinander zu kommunizieren. Wichtig an einer Sprache sind nicht die Worte, sondern die Fähigkeit ihren Inhalt zu verstehen. Glaube sie nicht? Dann überlegen sie mal, zu wie vielen Worten sie den etymologischen Hintergrund kennen? Wieso heißt es z. B. „onanieren”?

Bestrebungen zur Erhaltung des „heiligen Deutschen” haben auch in der Vergangenheit gezeigt, dass sie nichts zum Besten unserer Nation beitragen. Übrigens wurde zu keiner Zeit ein “reines Deutsch” gesprochen und auch die englische Sprache verwendet dutzende deutscher Begriffe. Also Edda, bleib cool, und relax mal ein bisschen!

Wenn sie sich jetzt fragen: “Who the Fuck is Edda Moser?” - dann guckst du hier: Edda Moser

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