Deutschlands alternde Jugend
Geschrieben von: admin in Kurze Gedanken, Body - Körper | wong it! | Druckfreundliche Version:
Tags: demografie, deutschland, jugend, politik, senioren, zukunft
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Das Deutschland eine demografische Veränderung durchmacht ist kein Geheimnis mehr. Neben Szenarien a la ZDF und der Angst selbst keine Rente mehr zu bekommen, sollte aber noch ein anderes Thema ins Auge gefasst werden. Ich möchte es nicht als Problem bezeichnen, obwohl es sich zu einem solchen entwickeln könnte. Denn mit der steigenden Anzahl alter Menschen, entsteht auch ein immer stärker werdendes Marktsegment: Senioren. Bereits jetzt stellen sich viele Unternehmen darauf ein, verändern ihre Werbung, passen ihre Produkte an. Dies gilt nicht nur für den Warenmarkt, sondern auch für die Politik. Mit der demografischen Verschiebung ändert sich auch der Anteil der Wählerstimmen, die von Senioren abgegeben werden.
Zwei gegensätzliche Pole
Diese beiden Bereiche, der Markt und die Politik, sind es, die den Fluss unseres täglichen Lebens maßgeblich strukturieren. Sie entscheiden nicht nur, welche Produkte auf den Markt kommen, sondern auch, welche Politik gemacht wird, wie Jobs aussehen werden, welche Bildungsangebote es geben wird. Hier treffen jedoch zwei gegensätzliche Pole aufeinander: Einerseits der immer flexibler und schneller werdende Fluss von Informationen und Produktionszyklen, andererseits eine steigende Anzahl von Senioren, die (in den meisten Fällen) eher auf einen ruhigen Lebensabend blicken wollen.
Wer wird sich um dich kümmern?
Die Frage die sich nun stellt ist, welchen Einfluss der Seniorenalltag auf die Entwicklung der Jugend haben wird. Betrachtet man die vergangene Entwicklung unserer Gesellschaft, so muss man zugeben, dass wir von einem doch recht narzisstisch geprägtem Individualismus ausgegangen sind, der es uns ermöglichte Senioren einfach aus dem Alltag auszublenden. Da die Zahl der Senioren in Zukunft stark ansteigen wird, ist es jedoch nicht mehr möglich diese aus dem Alltagsbild zu verdrängen. Diese Veränderung im Bild der Gesellschaft wird nicht ohne Folgen auf die Einschätzung des eigenen Lebens bleiben. Die immer junge, immer flexible, quasi paradiesische Jugend wird mit einer Version des eigenen Todes konfrontiert, der nichts mehr mit Heldentod und „live hard, die young“ zutun hat. Schon jetzt tauchen immer mehr Werbungen auf, die mit der klaren Aussage „Du wirst alt, gebrechlich und einsam sein. Wer wird sich um dich kümmern?“ konfrontieren.
Zunehmenden Zahl konservativer Interessen
Auch andere Faktoren sprechen dafür, dass die Sicht auf das eigene Leben wesentlich weniger offen, individualistisch und experimentierfreuding ausfallen wird. Die Angst vor dem sozialen Abstieg, die Entwicklung hin zu einer Zweiklassen-Gesellschaft, die Einführung von Elite-Unis, der Abbau des Sozialstaates. Diese Entwicklungen sind nicht nur beängstigend, sie lassen auch erkennen, dass sie von einer zunehmenden Zahl konservativer Interessen getragen werden. Es soll hier nicht behauptet werden, dass Senioren per se konservativ sind – doch lässt sich nicht leugnen, das man im Alter (in den meisten Fällen) weniger flexibel ist und mehr auf Sicherheit setzt (schon allein deshalb, weil die Rente die finanziellen Möglichkeiten einschränkt und Verluste sich nicht einfach durch ein paar Überstunden ausgleichen lassen).
Dieses neue (alte) Bild, das sich nun mit Macht in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit drängt, könnte also durchaus dazu führen, dass auch das Leben der Jugendlichen gediegener wird.
Dieser Beitrag kann auch im Forum diskutiert werden: LINK
März 6th, 2007 an 21:30
Deutschlands alternde Jugend…
Das Deutschland eine demografische Veränderung durchmacht ist kein Geheimnis mehr. Neben Szenarien a la ZDF und der Angst selbst keine Rente mehr zu bekommen, sollte aber noch ein anderes Thema ins Auge gefasst werden….