Clash - Thinking History
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Tags: magazin
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Herausgeber: Olivio Sarikas, Philipp Levar
Plattform: www.superfluence.com
Einreichfrist: 15.05.2007
Thema:
Die Schonfrist ist vorbei. Hat sich die Position der totalen Toleranz gegenüber
anderen Kulturen in die Ecke manövriert?
Ohne radikal-konservativen Positionen Vorschub zu leisten, stellt sich die Frage, ob ein liberaler Ansatz nur in einer Begegnung der gegenseitigen Offenheit denkbar ist. Oder ist ein verstärkter Rückbezug auf eigene Positionen und Ideale nötig? Nicht zuletzt auch die Frage: Wie offen ist die Toleranz? Welche Hintergedanken lassen uns mit offenen Armen auf fremde Kulturen zugehen. Ist es reiner Idealismus oder der Versuch einen Werte-Imperialismus zu führen, der das westliche Weltbild propagiert und damit nebenbei auch neue Gebiete wirtschaftlich anschlussfähig macht?
Diese Ausgabe des Magazins Superfluence widmet sich dem Versuch, für Probleme kultureller Begegnung neue Lösungsansätze zu finden. Die Art der Reaktion durch die von Terror bedrohten Staaten ist dabei genau so erschreckend, wie die Brutalität der Anschläge selbst. Innerhalb von wenigen Jahren wurden Tabus überschritten und die Bürgerrechte drastisch aufgeweicht. In Deutschland wird im Moment laut über die Einführung eines so genannten „Bundestrojaners“ nachgedacht. Mit dieser Technik soll die Bevölkerung über ihre Computernutzung großflächig und ohne ihr Wissen überwacht werden. Viele weitere Techniken der Überwachung sind bereits realisiert worden – so z.B. die Einführung der biometrischen Daten und maschinenlesbarer Ausweise. Interessanterweise werden all diese Überwachungstechniken eingeführt, obwohl von Expertenseiten klar ist, dass sie keinerlei zusätzlichen Schutz gegen Terror-Anschläge oder verdeckte Terrornetze liefern. Auch zeigt die Lage in Guantanamo, aber auch aktuelle Kinofilme und Fernsehserien wie „24“, dass die unantastbare Menschenwürde im Westen eine Werteveränderung erfährt.
Kann ein unter der aktuellen medialen und politischen Geräuschkulisse kaum mehr hörbarer Humanismus noch für den interkulturellen Dialog nützlich sein oder ist der humanistische Ansatz wieder nur die Larve eines abendländischen Hegemonie-Strebens? Oder sollte er weniger zahnlos tatsächlich mehr zu seinen eigenen kulturellen Werten stehen und nicht wie etwa im Fall der Mohammed-Karrikaturen den eigenen Wert der Presse- und Meinungsfreiheit in Frage stellen?
Welche Alternativen gibt es zu sinnloser Gewalt unter Berufung auf die eigenen Werte und einem zahnlosen Dialog, in dem die eigenen Positionen in Frage gestellt werden?
Diese Ausgabe des Superfluence-Magazins soll nicht nur transdisziplinäre Perspektiven auf die Möglichkeiten kultureller Begegnung beinhalten, sondern auch deutlich machen, dass die Aufgabe der Geisteswissenschaften und Künste nicht nur darin besteht, politische Gegebenheiten im Nachhinein zu analysieren und für die Gesellschaft verständlich zu machen. In einer Zeit der Extreme ist, besonders im fachlichen Diskurs, wieder der Mut gefordert, aktiv in der politischen Landschaft Stellung zu beziehen.
Adressen:
Beiträge können als PDF oder DOC an os@superfluence.com gesendet werden. Multimediale Beiträge können alternativ als CD oder DVD an folgende Adresse gesendet werden:
Superfluence-Redaktion
z.Hd. Olivio Sarikas
Danhausergasse 5/1
1040 Wien
Austria
Formate:
Das Online-Magazin Superfluence versteht sich als eine medial offene Plattform und veröffentlicht neben Text-Beiträgen wie Artikel, Essays, wissenschaftlichen Beiträgen und Gedichten auch Filme, Clips und Audio-Dateien.
Unabhängig vom Hauptthema können in der zweiten Hälfte des Magazins thematisch freie Beiträge eingereicht werden
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