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Was ist eigentlich Web 2.0?

Grundsätzlich würde man sagen, das eine direkte und interaktive Einbindung der User ist. Social Networks basieren sozusagen auf der Grundlage der demokratischen Idee. Man könnte auch sagen sie sind das, was Hobbes unter dem Leviatan verstanden hat: Viele geben ihren Vote bzw. ihre Stimme ab um daraus etwas große zu machen.

Nur stellt sich auch die Frage: Ist Web 2.0 im Moment nicht auch eine grandiose Zeitverschwendung?

Wir haben vorher schon interessante Seiten gebookmarkt. Wir haben vorher schon Nachrichten gelesen. Wir haben vorher schon Newsletter abonniert. Der große Unterschied bei Web 2.0 ist doch, das nun alles auf getrennten Seiten passiert. Noch dazu auf einer Mengen gleicher getrennter Seiten. Hab ich vorher meine Bookmarks einfach im Browser gespeichert und die besten an Freunde versendet, so nutze ich jetzt

  • 4 Social Bookmark Dienste

  • lese die Feeds von weiteren 5 Social Bookmark Diensten
  • speichere nach wie vor meine Bookmarks in Firefox
  • und bookmarke online in erster Linie Beiträge die ich selbst geschrieben hab!

Holy Cow!

Ich will jetzt garnicht sagen, das Social Networks schlecht sind, oder das Web 2.0 unpraktisch wäre. Aber Web 2.0 ist im Moment unglaublich ineffektiv.
Social Network - da steht NETWORK! Wieso merkt ich dann nicht, das es Network ist? Was Web 2.0 dringend braucht ist ein Tool zur zentralen Verwaltung der Daten.

zentralen Verwaltung der Daten
Ihr liegt richtig, wenn ihr jetzt denkt, das ich über das Ende des Web-Browsers rede. Wozu noch über einzelne Seite surfen? Web 2.0 braucht ein Tool, in dem man alle Accounts zentral verwalten kann. In dem man alle Feeds nicht nur lesen, sondern auch Kommentare schreiben, voten, Bilder einstellen, Videos Up-Loaden kann.

Das ist aber nicht der einzige Grund, warum Browser veraltet sind. Web 2.0 braucht ein wesentlich flexibleres Interface. Was bringt mir das statische Fenster eines Browsers? Sollte ein Web 2.0 Browser nicht längst in 3D sein und den Web-Designern die Möglichkeit bieten, interaktive, modulare, hybride Plattformen zu bauen - nicht Seiten, sondern wirklich Plattformen. Mein Bildschirm ist ja nicht aus Papier. Wieso kommen dann immer noch die meisten Seiten wie eine Printmedium daher.

Run and Flow
Nicht das jetzt einer glaubt ich rede von sowas wie Flash. Was zum Geier will ich mit Flash? Für keine Spiele mag es ja OK sein. Doch es geht darum, eine Interface zu bauen, in dem sich Hunderte von Daten in wenigen Minuten verwalten lassen. Und zwar mit Style, Fun und Flow.
Um sowas umzusetzen braucht es aber zum einen eine Software die auf Seiten des Users läuft und dort schon die wichtigsten Daten gespeichert hat - und zum anderen eine Engine, die in der Lage ist die Plattform auch darzustellen.

Wichtig ist dabei vor allem der Workflow. Was mich an aktuellen Web 2.0 Seiten besonders stört ist die Langsamkeit dieser Seiten. Man schaltet und schaltet und schaltet - Verdammt ich bin doch hier nicht in Metropolis. Viele der Seitenmacher sollte sich eine Vorbild an Mac OSX nehmen. Wo sind z.B. die Smart Folder? Wer kennt Web 2.0 Seiten, auf denen man etwas wie Smartfolder finden kann? Oder Etwas wie Spotlight?

Search and Destroy
ODER: Es ist wirklich schwer zu glauben, das man 2007 immer noch Suchergebnisse als eine lange Wurst von Links mit einem kleinen Begleittext präsentiert bekommt. WTF? Sollten Suchergebnisse nicht eher nach Kategorien sortiert sein? Sollte nicht endlich mal neben jedem Ergebnis eine Reihe von Symbolen zu finden sein, die einem zeigen welcher Art oder woher das Ergebnis stammt.

Wenn man dann die Ergebnisse hat, kann man sie jedoch meist nicht verwalten. Es ist oftmals nicht möglich unbrauchbare Ergebnisse oder Domains, in eine Filter einzutragen, der sie auch zukünftig ausschließt. Zudem ist die Ergebnisliste meist Statisch - Drag&Drop wird meist gar nicht erst angeboten.

Viele Daten, lange warten
Noch öfter kommt es vor, das man Daten nicht im Stapel verarbeiten kann.
Schauen wir uns z.B. mal Mister Wong an. Man bekommt zwar eine Liste mit Links und kann diese Liste auch thematisch Sortieren - also per Tags. Doch gibt es in dieser Liste weder jeweilige Buttons zum Speichern, noch die dazugehörige Leiste zum eingeben der eigenen Tags. Dabei könnte man auf diese Weise in wenigen Minuten dutzende von Links speichern, ohne dafür immer “Liste -> Speicherseite -> Liste” gehen zu müssen. Funktionen wie Ordner, Smart Folder oder die Bündelung von Links der gleichen Domain gibt´s erst gar nicht. Was die Frage aufwirft: Warum nicht einfach wieder im eigenen Browser bookmarken?
(Wie gesagt bookmarke ich online ohnehin meist nur eigenen Content - des Traffics wegen.)

Ähnlich sieht es bei Bloglines aus. Dieser Dienst bietet zwar an, Feeds per Häkchen gleich bergeweise zu abonnieren. Allerdings ist dies nur bei vorgeschlagenen oder gesuchten Feeds möglich. Sollte man hingegen interessante Feeds in der Listung eines anderen Bloglines Users finden, so folgt das alte Spiel: Liste -> Speicherseite -> Liste
Es kann also etwas dauern bis man da alle interessanten Feeds rausgepickt hat. Ein großer Vorteil von Bloglinies ist hingegen, das es die Möglichkeit gibt Feeds per Drag&Drop zu sortieren.

Alt, gut, vergessen…
Was ist zudem aus den guten alte selbst-konfigurierbaren Oberflächen geworden? Ist das schon jemanden aufgefallen? Die meisten aktuellen Social Seiten haben zwar nettes Design, aber ein Layout, das so un-interaktiv ist, wie Webseiten vor 10 Jahren. Kann man Content per Maus verschieben? Oftmals Nein! Kann man Elemente ausblenden oder nach eigenen Vorstellungen arrangieren? Auch das geht oft nicht! Kann man wenigstens das Design anpassen oder gar die Seiten mit eigenen Pics, Icons, CSS oder Scripten gestalten? Auch hier meist weit gefehlt!

usw. usw. usw. - Ich könnte Stunden über die Verbesserung der usability reden. Doch sicherlich hat jeder seine eigenen Idee für ein besseres Web 2.0 und mehr als ein Denkanstoß sollte dieser Beitrag gar nicht sein.

Wie seht ihr das?

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