Projekt Management leicht gemacht
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In diesem Beitrag:
- Was mich am Leben hält
- Wie man Projekte angeht
- Mein kleines Geheimnis
Kann man Erfolg an Spam messen? Zumindest steigt bei mir hier im Blog der Spam mal wieder das es raucht. Könnte allerdings auch sein, das der Spam zunimmt, wenn man mal nicht aktiv ist. Na wie auch immer
Informations Wut
Ich hatte heute ein wunderbares Interview mit Stefan Hampl von Doing Culture. Dabei haben wir festgestellt, das es zwar besser wäre sich voll auch seinen Bereich zu konzentrieren, wir aber beide eine Leidenschaft für alles haben was irgendwie interessant aussieht. (Das Interview kommt in der nächsten Ausgabe unseres Magazins).
Ich muss es ehrlich zugeben, mein ganzes Leben könnte daraus bestehen mit Leuten über ihre Ideen zu reden, sie zu unterstützen, ihnen zu helfen, ja einfach darin gute Ideen zu fördern. Sicher man möchte da immer auch selbst was machen und das macht man dann ja auch. Neben Verein und Magazin, schreibe ich gerade Diss., arbeite an einem Buch, möchte meine Plattform Superfluence.com aufbauen und da gibt´s noch viel viel mehr. Zum Beispiel eine Sammlung an Drucken und Lithografien, oder die Diskussionsreihen die ich gerade ins Leben rufe. Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich hasse es in letzter Zeit zu schlafen. Schade das ich nicht wie Aphex Twin einer jener Menschen bin, die auch im Schlaf arbeiten können ![]()
Daher bin ich in letzter Zeit sehr froh auf Project Management Bücher gestoßen zu sein. Mein Tip: “The Art of Project Management” (Dieser Link ist informativ, ich bin kein Amazon Händler).
Wer auch in dieser Information Wut gefangen ist, der bekommt hier ein paar Tipps, wie man leichter Arbeiten kann:
Quellen:
In vielen Blogs steht der Tipp “werden Sie zum Experten in ihrem Bereich!” - Meine Expertenmeinung dazu: Fuck You! Wenn ich für jedes Thema das mich interessiert 10-20 Jahre Zeit habe, ok, dann geht das. Wenn nicht, dann muss man improvisieren. (Und mal ehrlich: Ein Mensch der viele Erfahrungen gemacht hat und diese Miteinander vergleichen kann ist wesentlich interessanter als jemand, der ein Fachidiot ist und nur über sein Spezialgebiet berichten kann.) Also auf in die Vielfalt (oder “Let´s do Culture”, wie Stefan wohl sagen würde):
- Besorg dir mehrere Einführungen zu dem Bereich deiner Wahl
- Durchlesen, Notizen machen, hinten in der Bibliografie schauen
- Bücher und Autoren die oft erwähnt werden sind die wichtigsten. Diese Lesen, in die anderen nur reinschnuppern.
- Bau ein Netzwerk auf. Alles was man selbst nicht kann, können anderen. Die eigene Aufgabe ist es immer die Informationsflut zu Organisieren. Denk an Spielberg, der macht auch nicht den ganzen Film selbst.
Datenverarbeitung:
- Installiere dir auf deinem Rechner einen Server. Mac User finden da in MAMP ihre Lösung. Bei Win Usern könnte es JSAS sein.
- Dort sollte man sich dann mediawiki installieren. Auf diese Weise kann man seine Daten leicht und übersichtlich organisieren. (Vergiss nicht, das geben seliger als nehmen ist. Wenn du also, deutlich gesprochen, kein Schwein sein willst, dann stell die Daten auch ins Netz, damit andere diese Daten nutzen können.
- Du kannst zusätzlich noch Wordpress installieren um ein Tagebuch deiner Fortschritte zu habe. Vergiss aber nicht die Ping-Funktion raus zu nehmen, damit dein Tagebuch nicht als RSS im Netz landet.
- Jetzt Fehlt dir nur noch ein guter Kalender und ein Tool zum verwalten der Kontakte.
Ran an den Speck:
Wenn du eine gute Idee hast, dann flipp nicht gleich aus. Die Welt hat nicht auf dich gewartet, es sei denn du hast was das wirklich gut ist. Daher sollte man sich erst mal hinsetzen und folgende Fragen beantworten:
- Definiere dein Ziel so klar wie möglich. Überlege auch welche Infrastruktur du brauchst und wie du dich unabhängig machen kannst.
- Versuche alles was unklar ist zu beantworten, später hast du dafür keine Zeit mehr und mit jeder Anpassung oder Unsicherheit provozierst du später ein scheitern des Projekts
- Glaub nicht das du schon perfekt bist. Ein Fehler der auch Profis passiert, ist zu glauben, das sie die Lage im Griff haben und alles selbstverständlich ist. Doch sobald du mit anderen zutun hast, zeigt sich das gar nichts selbstverständlich ist. Jedes Detail sollte bedacht werden - du musst kein Kontroll-Freak sein, aber du solltest alle Situationen durchdacht haben um auf Diskussionen eingehen zu können.
- Der Ort ist das halbe Projekt. Überlege dir wo du dein Projekt umsetzen willst. Das gilt in allen Lebenslagen. Date mit der Angebeteten im lauten Lokal neben der Klotür? No way! Finanzierungsgespräche mit den Partnern im Bahnhofsbeisl - kommt wohl weniger gut an.
- Etwas das hart ist, aber dennoch wichtig: Überlege dir, wen du nicht dabei haben willst. Leute die dich stören könnten solltest du von Anfang an vermeiden. Denk einfach daran: Die Verantwortung gegenüber deinen Partnern ist sehr groß, du solltest ihre Unterstützung nicht damit belasten, das du Leute ins Bot holst, die allen das Projekt mies machen oder euch in eine andere Richtung drängen wollen. Du solltest an diesem Punkt auch überlegen, wer nicht zum Image passt. Ich weiss, sowas ist nicht nett, aber jeder Mensch hat seine Besonderheiten und manchmal kommt es vor, das der eine oder andere nicht dem Ziel entspricht das man erreichen will (auch wenn es ihn interessieren würde). (Ladet mich z.B. nie zu einem steifen Kongress ein. Ich spreche in Bildern und mit viel Pathos. Die klassisch kalte Analyse ist nicht das Medium meiner Wahl. Ich finde dein Thema sicher spannend, aber mein Vortrag wird die anderen wohl eher vom Sessel kippen lassen - und diesmal nicht vor Begeisterung
)
- Bevor du auch nur daran denkst mit der Idee nach außen zu gehen denke sehr genau über die Risiken und Konsequenzen nach. Sowohl für dich als auch für die anderen. Eine schlechtes Projekt, oder ein falsch platziertes Projekt kann dir und den anderen schaden. (Es gibt hier aber auch einen Trick: Bezeichne dein Projekt als “Work in Progress”. So ist allen klar, das es ein Versuch ist, das es ums lernen geht. Wenn was schief läuft wird es somit positiver gesehen. Das sollte dich aber dennoch nicht hinder alles nur erdenkliche zu tun um das Projekt erfolgreich abzuschließen).
- Als nächstes solltest du auch genau überlegen ob das Projekt vielleicht größer ist als du es die zumuten kannst. Ich bin immer ein Mensch der sage “Let´s go for it”, aber ich bin auch ein Mensch der gewinnen will. Daher werde ich nur Projekte anpacken, die ich unter Aufbietung all meiner Kräfte schaffen kann, aber keine die ich niemals Schaffen könnte, egal wie gut ich bin. Herausforderungen sind gut, Selbstüberschätzung ist dumm. Oder “Mut bedeutet zu wissen wann man Angst haben muss!” (Der Schlüssel sind hier natürlich starke Partner, aber auch die sind keine Wunderwaffe. Wenn du den Überblick verlierst, dann kann dir keiner mehr helfen. Sag “Ich will in 30 Jahren auf dem Mond sein” aber sag nicht “Ich will in einem Monat ein Event mit 5000 begeisterten Besuchern machen.”
- Hosen gibt´s in allen Größen, vom Fünf-Mann-Zelt bis zum Zwutschgerl - Projekte auch!!! Du kannst ein super Projekt mit den Stars und der Elite machen. Du kannst aber auch ein Projekt machen, bei dem du ein paar Veteranen einlädst, die dir mit liebe und Hingabe Stunden ihrer Zeit widmen werden um dir alles zu erzählen was sie je in diesem Bereich gelernt haben. Bedenke “Der beste Honig ist nicht immer in den schönsten Blüten!”
Das sind die Schritt die man durchgehen sollte, bevor man ein Projekt in die Welt wirft. Wenn man sich in diesem Punkten sicher ist, da kann es eigentlich nur noch gut werden. Eins dürft ihr dabei nie Vergessen: Das beste an einem Projekt ist, wenn die anderen damit zufrieden sind.
Und zum Schluss noch einen Geheimtipp: Wenn das Projekt vorbei ist, alles aufgeräumt ist, und alle nachhause gegangen sind, dann geht noch mal an den Ort der “Verbrechens”, nehmt eine Zigarre (oder was ihr wollt), schreitet durch den Raum, ganz langsam, ganz gemütlich und denkt euch “Das war´s, mein Projekt, meine Freunde, mein Ziel - morgen geht´s wieder bei Null los, aber heute bin ich Lucky Luke, der nach vollbrachtet Tat in den Sonnenuntergang Reitet und einfach nur glücklich ist, das er den anderen etwas ganz besonderes bieten konnte.” (OK, nach einem Date sollte man sowas nicht machen - das wäre Scheiße. Aber sonst ist sowas der Honig auf die geplagte Seele, mit dem man sich für alle zukünftigen Projekte auftanken kann.) Übrigens nenne ich es ganz (bescheiden wie ich bin) den “Walk of Fame”
- he, man muss nicht nur die Welt lieben, ab und an darf man auch mal sich selbst cool finden.
Das sind mal die ersten Schritt. Ich werde in folgenden Beiträgen immer wieder auf Projekt Management eingehen. In diesem Blog werden sich aber auch Tipps zur Präsentation, zum Halten von Vorträgen, zum Aufbauen von Kontakten und vieles mehr finde. Das hier ist aber kein Business Blog, es kommen also auch jede Menge anderer Themen.
WIE GEIL IST DAS DENN: Ich hab gerade Business geschrieben und mein Plug-in ändert es in Pissnelken. Tja, ich sag da jetzt mal nichts dazu
Mai 10th, 2007 an 22:37
Ich bin begeistert von deinem Beitrag. Wer einen so schönen Artikel schreibt, verdient sich einen Kommentar von mir.
Mein Problem mit den Projekten ist leider ganz anderer Natur.
In der Anfangsphase bin ich euphorisch und versuche so viel Zeit und Energie wie möglich hineinzustecken. Nach einer guten Idee kann es vorkommen, dass ich noch Nächte lang davon träume und abends wie im Rausch bin, nicht einschlafen kann. Doch dann kommt recht schnell die Ernüchterung. Es hängt an einem Problem und ich weiß nicht weiter. Ich stoße an meine Grenzen und ärgere mich darüber zuvor so viel Zeit hineingesteckt zu haben. Das ganze verläuft dann irgendwann im Sande. Manche Einfälle werden auch nie von mir weiterverfolgt, weil ich gleich absehe, dass es eine Nummer zu groß für mich ist oder ich dafür einfach den falschen Beruf ausübe/keinen Anwendungsbereich in Reichweite habe/ich keine Partner habe und selber nicht genug know-how mitbringe.
Letzendlich ist das ziemlich depremierend. Derzeit bin ich wieder ein dummer Konsument, der neidisch auf neue, tolle Web-Projekte blickt, die wie Pilze aus dem Boden sprießen. Das macht unglücklich.
Mai 11th, 2007 an 14:44
Hallo Felix,
danke für deinen Kommentar.
Leute mit zu wenig Know-how gibt es meiner Meinung nach nicht. Man sollte immer versuchen das was man kann einzubringen und das was man nicht kann von anderen machen zu lassen. In der Zusammenarbeit mit jenen die das können was man gerne könnte lernt man dann viel. Damit kommt man vielleicht nie in die Lage es selbst auch so gut zu könnnen, doch das ist auch nicht die Aufgabe eines Projekt Managers.
Es geht darum zu wissen was möglich ist und wer dafür geeignet ist. Frag dich mal warum Ronaldinho auf dem Feld steht und nicht sein Trainer?
Ganz einfach: Der Trainer ist da um aus Ronaldinho das beste heraus zu holen, nicht um es selber zu machen.
Ein großer Fehler von Projekt Managern ist es oftmals, das sie zu viel selbst machen wollen. Das geht mir auch manchmal so. Da muss man dann den inneren Schweinehund besiegen, und mehr an das Team denken.
Übriges: Das gilt auch für die Ideen selbst. Niemand verlangt, das man selbst etwas aus dem Nichts hervor bringt. Gute Ideen sind nichts anderes als die Kombination anderer guter Ideen. Wenn du also mal wieder eine gute Idee hast, dann schau was andere mit ähnlichen Ideen gemacht haben. Wie sind sie vor gegangen? Welche Fehler haben sie gemacht? Wo sind sie Kompromisse eingegangen?
Noch ein Tipp: Suche an Orten die nichts mit deinem Bereich zutun haben. Um zu verstehen was ich meine, reicht es sich eine beliebige Kinderserie anzusehen. Dort werden die schrägsten Verbindung hergestellt, aber es ist immer lehrreich und spanend.